In Unterbäch VS konnte unter Anwesenheit der alt-Bundesrätin und Ehrenbürgerin von Unterbäch, Frau Elisabeth Kopp, am 18. Juni 2000 der erste Frauen-Zitatenweg eröffnet werden.


Frau Alt-Bundesrätin Elisabeth Kopp und Frau Brigitte Hauser
beim Durchschneiden des Bandes

Auf dem 3,5 km langen Wanderweg findet man 12 Tafeln mit Zitaten von berühmten Frauen aus der ganzen Welt, wie Mutter Theresa, Indira Ghandi oder Simone de Beauvoir.

Die Zitate stammen ausschliesslich von Frauen, lassen jedoch jedefrau / jedermann am Wegrand verweilen und mit schweifenden Blicken zu den majestätischen Berggipfeln über das Leben nachsinnen.

Die Oberwalliser Grafikerin Denise Eyer-Oggier gestaltete die Tafeln, welche aus stabilem Plexiglas bestehen, die auf sanfte Weise in die Landschaft integriert wurden.

eyer-oggier.ch

Das technische Konzept und die Realisation stammten von Erwin Brunner.


Zitatentafel

Mit einer Doppelsesselbahn erreicht man den Ausgangspunkt des Frauen-Zitatenweges, die Brandalp. Die Wanderung führt durch bunte Alpwiesen und Bergwälder, vorbei an manchen Wegkreuzen und typischen Walliser Stadeln und dauert rund 1 1/2 Stunden. Wer lieber bergwärts wandert, braucht für die Strecke ca. 2 Stunden. Der Weg ist in einfachem Terrain angelegt und kann mit leichten Wanderschuhen auch mit Kindern begangen werden.


Übersichtskarte des Frauen-Zitatenweges

Eine Broschüre zum Weg kann bei Unterbäch Tourismus unter +41 (0) 27 934 56 56 angefordert werden.

Die Eröffnung des Frauen-Zitatenweges in Unterbäch kommt nicht von ungefähr. Schon seit den späten 50er Jahren steht das Dorf im Zeichen der Frauen.

Genau am 5. März 1957 schenkte die Gemeindeverwaltung den Unterbächnerinnen, gegen den Willen der Landesregierung, ein einmaliges Abstimmungsrecht. Gesamtschweizerisch gesehen das erste Mal überhaupt, dass Frauen an die Urne durften, und dies 14 Jahre bevor das Frauenstimmrecht in unserem Lande seinen Einzug hielt.

Die damaligen Gemeindeväter von Unterbäch wagten diesen Schritt auf Anraten von Iris und Peter von Roten hin, welche sich zu jener Zeit schon für die Rechte der Frauen einsetzten.

Bei der Abstimmung ging es darum, ob künftig Frauen Zivilschutz leisten sollten.

Seit dieser Zeit nennt sich Unterbäch, verbunden mit einem gewissen Stolz, ‘das Rütli der Schweizer Frau’. So kam es schliesslich auch dazu, dass der ersten Schweizer Bundesrätin, Frau Elisabeth Kopp, in den 80er Jahren das Ehren-Bürgerrecht in Unterbäch verliehen wurde.

Der Weg ist ein gemeinsames Werk von der Gemeinde Unterbäch, Unterbäch Tourismus und Zukunft Frau.

Artikel von Roman Weissen zum Frauen-Zitatenweg